Sicherheitsbericht 2015

Das Bundesministerium für Justiz veröffentlichte heute den „Bericht über die Tätigkeit der Strafjustiz“ mit ausführlichen Statistiken zur Strafverfolgung für nachstehende Deliktgruppen:

  • Delikte gegen fremdes Vermögen
  • Delikte gegen Leib und Leben
  • Delikte gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung
  • Beharrliche Verfolgung – „Stalking“
  • Suchtmittelgesetz
  • Verhetzung und NS-Wiederbetätigung
  • Computerkriminalität
  • Umweltkriminalität

Nahezu alle Medien in Österreich konzentrierten sich aber rein auf den Abschnitt „sexuelle Integrität und Selbstbestimmung“ und formten daraus z.B. folgende Schlagzeilen:

heute.at:
80 Prozent der Sex-Täter sind Österreicher

derStandard:
Sexuelle Übergriffe: Fast 80 Prozent der Täter sind Österreicher

Abgesehen von dieser einseitigen Auswahl aus dem Bericht arbeiten die Medien mit Prozentzahlen ohne diese in Bezug zur Bevölkerung zu stellen:

Im Bericht stehen zu „Sexuelle Integrität (§§ 201-220b StGB )“ folgende Zahlen: 986 Verurteilungen, davon 782 Österreicher und 204 Ausländer

In Österreich lebten 2015 rund 8.620.519 Menschen, davon 7.434.393 Österreicher und 1.195.126 Ausländer.
Also erkennbar mehr Österreicher.

Setzt man die Zahl der Verurteilten ins Verhältnis zum Bevölkerungsanteil ergibt sich:
0,105 ‰ der Österreicher wurden verurteilt
0,170 ‰ der Ausländer wurden verurteilt – also 1,6 mal soviel!

Die Schlagzeilen suggerieren aber dass von Österreichern eine größere Gefahr ausgeht – ohne zu erörtern dass dies dem höheren Bevölkerungsanteil geschuldet ist.

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