ORF-Journalisten sind keine „Agenten“

Dem ORF wurde gestern die Berichterstattung über einen Auftritt eines ehemaligen türkischen Abgeordneten in Wien-Ottakring unmöglich gemacht. Obwohl nach Angaben des Veranstalters das Treffen öffentlich zugänglich gewesen sei, ist dem ORF-Team der Zugang verweigert worden. In weiterer Folge wurde ZiB-Reporterin Sonja Sagmeister in türkischen Medien als „Agentin“ bezeichnet.

Dagegen wehren sich die Journalistinnen und –Journalisten des ORF. Freie Berichterstattung und Pressefreiheit sind ein hohes Gut und dürfen nicht eingeschränkt werden.

Sagmeister hat im Vorfeld versucht, mit dem Verein „Wonder“, in dessen Räumlichkeiten die Veranstaltung geplant war, Kontakt aufzunehmen. Auf telefonische Anfrage wurde nicht reagiert. Als die ORF-Redakteurin sich vor Ort ein Bild machen wollte, wurde sie von Versammlungsteilnehmern bedrängt und hat sich dadurch eingeschüchtert gefühlt. Diese Form von Umgang mit JournalistInnen und die Behinderung unserer Arbeit ist absolut unzulässig.

Wir protestieren gegen den Umgang mit der freien Presse durch den AKP-nahen Verein „Europäische Union der türkischen Demokraten“ (UETD) in Österreich. Völlig haltlose Anschuldigungen, dass eine ORF-Journalistin eine „Agentin“ sei und bei der Veranstaltung „irgendwelche Aktionen geplant“ hätte – so der Vorwurf in türkischen Medien – weisen wir auf das Schärfste zurück.

Der ORF-Redakteursrat

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